HeaderSHMschwarzWeiß

Kritik an Hochrheinbahn: Landes-Verkehrsministerium gibt Stellungnahme

11.12.2018

Verkehrsminister äußert sich zu Qualitätsproblemen auf der Hochrheinstrecke. Infrastruktur als Hauptursache.

Der baden-württembergische Verkehrsminister, Winfried Hermann, hat auf die anhaltenden Beschwerden über die Betriebsqualität auf der Hochrheinstrecke reagiert. In seiner Stellungnahme, die der Landtagsabgeordneten Sabine Hartmann-Müller vorliegt, erkennt der Minister zwar Verbesserungen bei den Qualitätsproblemen, allerdings bestehen vor allem bei den Neigetechnik-Zügen der IRE-Linie Basel-Singen weiterhin große Probleme.
Wie der Verkehrsminister schildert, erreichten die Zugausfälle auf der Hochrheinstrecke im vergangenen August ihren Höhepunkt. In diesem Monat fielen 67 IRE-Züge aus. In den beiden Folgemonaten wurden 27 bzw. 26 Zugausfälle registriert. Trotz dieser Verbesserungen sieht Hartmann-Müller weiterhin großen Handlungsbedarf: „Defekte Toiletten, überfüllte Züge, Verspätungen oder Ausfälle. Trotz angekündigter Verbesserungen der Bahn sind diese Probleme noch immer mehr die Regel als die Ausnahme. Die Eindrücke, die ich auf meinen wöchentlichen Zugfahrten zwischen Hochrhein und Stuttgart mitnehme, haben sich nur geringfügig zum Positiven entwickelt“, erklärt die CDU-Abgeordnete.
Als Hauptursache für die anhaltenden Probleme auf der Hochrheinstrecke nennt der Verkehrsminister die Infrastruktur. Die Strecke Basel-Waldshut ist zwar durchgängig zweigleisig ausgebaut, jedoch ist sie nicht für eine Fahrt auf dem Gegengleis eingerichtet. Bei Störungen kann das andere Gleis zwar genutzt werden, jedoch nur unter dem Rückgriff zeitaufwändiger Maßnahmen, die zu Verspätungen der Folgezüge führen. Für die Bereitstellung einer intakten Infrastruktur sieht der Verkehrsminister nicht das Land, sondern die Deutsche Bahn und den Bund in der Pflicht. Anders als Hermann, sieht Hartmann-Müller auch das Land gefordert. „Die Aussagen von Verkehrsminister Hermann machen erneut deutlich, wie wichtig eine zeitnahe Elektrifizierung für den Hochrhein ist. Wenn die Verspätungen undZugausfälle hauptsächlich der Infrastruktur geschuldet sind, dann gilt es, die Taktzahl bei der Elektrifizierung zu erhöhen. An diesem Hebel sitzen aber nicht nur die Deutschen Bahn und der Bund, sondern auch der Verkehrsminister in Stuttgart“, mahnt Hartmann-Müller.
Antwort erhielt Hartmann-Müller auch zu der Frage, wann die Hublifte an den IRE der Baureihe 612 einsatzbereit sind. Die Landtagsabgeordnete hatte sich in einem Brief an das Verkehrsministerium gewandt, nachdem zuvor vermehrt Klagen von Reisenden bei der Abgeordneten eingegangen waren. Darin macht Hartmann-Müller darauf aufmerksam, dass Pendler mit Mobilitätseinschränkung aufgrund defekter Lichtschranken an den IRE Zügen seit Juli nicht mehr auf die Hublifte als Einstiegshilfe zurückgreifen können und fordert deshalb die Verantwortlichen zu einer zügigen Problembehebung auf. „Verkehrsminister Hermann hat angekündigt, dass die technische Überprüfung der Hublifte an den IRE-Zügen in Kürze abgeschlossen ist, sodass diese noch in diesem Jahr funktionsfähig sind. Ich erwarte, dass diese Ankündigung eingehalten wird. Schließlich sind es vor allem die Fahrgäste mit Mobilitätseinschränkung, die auf eine verlässliche Lösung angewiesen sind“, erklärt Sabine Hartmann-Müller abschließend.


Home | Links | Impressum | Sitemap
© Sabine Hartmann-Müller 2018

Facebook-Logo