Rede im Landtag von Baden-Württemberg

Bildungspolitisches Gespräch

28.05.2018

Sabine Hartmann-Müller diskutiert mit Fachlehrer aus dem Landkreis Waldshut

Landtagsabgeordnete Sabine Hartmann-Müller setzte kürzlich ihren bildungspolitischen Dialog im Wahlkreis Waldshut-Rheinfelden fort. Nachdem bereits Gespräche mit dem Verband Bildung und Erziehung und der Allianz der Schulleitungen stattfanden, lud sie nun auf Anfrage der Kreispersonengruppe Fachlehrkräfte und technische Lehrkräfte der GEW, Vertreter aus dem Landkreis Waldshut zu sich ins Wahlkreisbüro in Tiengen ein. Im Mittelpunkt standen die aktuelle Situation der Lehrergruppe, sowie die Auswirkungen auf die Lehrtätigkeit, die durch die Veränderungen in der baden-württembergischen Bildungslandschaft auftreten.

Bastian Konter, Fachlehrer mit Erstausbildung Ergotherapeut an der Wutach-Schule, mit Schwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung, erläuterte dass Fachlehrer zunehmend nicht nur in ihren erlernten Fächern, sondern auch fachfremd in den kompletten Kulturtechnikbereichen wie Mathematik und Deutsch eingesetzt werden. Nach Einschätzung von Cornelie Scheuble, ebenfalls Wutach-Schule, übernehmen heute circa 95 Prozent der Fachlehrkräfte und technischen Lehrkräfte die Aufgaben der klassischen Lehrer. Diese Entwicklung sehen die Fachlehrkräfte kritisch, da der zusätzliche Einsatz mit einer höheren Belastung verbunden sei und weniger Zeit zur Vorbereitung des eigenen Unterrichts übriglasse. Hartmann-Müller sieht das ähnlich. „Die Bildungslandschaft in Baden-Württemberg mit ihrem vielfältigen Angebot ist einzigartig und die Basis unseres wirtschaftlichen Erfolgs und gesellschaftlichen Zusammenhalts. Das haben wir nicht zuletzt unseren Fachlehrkräften zu verdanken. Mit Blick auf die verstärkt heterogene Schülerlandschaft und die Umsetzung der Inklusion werden ihre besonderen Kompetenzen noch mehr benötigt“, so die Abgeordnete.
Weiterer Kritikpunkt der Fachlehrer ist die gegenwärtige Eingangsbesoldung und das Wochendeputat. Wie Bettina Brohammer, Fachlehrerin in der Inklusion an der Wutach-Schule, erklärte, liegt die Eingangsbesoldung bei A 9 und das Wochendeputat bei 31 Stunden während ein klassischer Lehrer mit A 13 beginnt und dessen Deputat 26 Stunden beträgt. Das Ziel sei daher, eine Anpassung des Stundendeputats sowie eine Erhöhung der Eingangsbesoldung auf A 10 zu erreichen. Diese Maßnahmen würden helfen, den monatlichen Besoldungsunterschied von bis zu 6oo Euro zwischen den angestellten Fachlehrkräften und ihren verbeamteten Lehrkollegen zu senken.

An die Kritik der Eingangsbesoldung anknüpfend, warben die Fachlehrkräfte Frau Hartmann-Müller um Unterstützung, dass das Land ihnen die Möglichkeit einräumt, nach ihrer praxisorientierten Ausbildung zur Fachlehrkraft der Sonderpädagogik ein Qualifizierungsmodul zu absolvieren – mit mehr Zuweisungen und weniger Hürden (zwölf Jahre in der Besoldungsstufe A11 plus Zulagen). So könnte ein Laufbahnwechsel in das wissenschaftliche Lehramt ihrer Schulart vorgenommen werden.
Die Landtagsabgeordnete zeigte Verständnis für die Forderung, den Fortbildungswunsch von Fachlehrkräften zu erleichtern: „Menschen, die sich weiterbilden möchten, muss man danken und unterstützen. Das gilt auch für Lehrer. Wenn sich ein Fachlehrer zu einer wissenschaftlichen Lehrkraft weiterqualifizieren möchte, dann sollte das Land ihn dabei fördern. Die Anrechnung seiner Ausbildung am Fachseminar wäre ein wichtiger Schritt, um den Wechsel in das wissenschaftliche Lehramt zu erleichtern“, so Hartmann-Müller. Mit dem Versprechen der Abgeordneten, sich für die Anliegen der Fachlehrkräfte und Technischen Lehrkräfte in Stuttgart einzusetzen, endete das Gespräch.

Die Landtagsabgeordnete Sabine Hartmann-Müller (2. von rechts) begrüßte in ihrem Tiengener Wahlkreisbüro die Fachlehrer Bettina Brohammer, Cornelie Scheuble und Bastian Konter von der Wutach-Schule in Tiengen (v.l.n.r).
Die Landtagsabgeordnete Sabine Hartmann-Müller (2. von rechts) begrüßte in ihrem Tiengener Wahlkreisbüro die Fachlehrer Bettina Brohammer, Cornelie Scheuble und Bastian Konter von der Wutach-Schule in Tiengen (v.l.n.r).

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