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Podiumsdiskussion in Albbruck: 50 Gäste diskutieren über Umgang mit Demenz

31.10.2018

Großes Interesse an der Podiumsdiskussion zum Umgang mit demenzerkrankten Menschen. Rund 50 Personen folgen der Einladung von Hartmann-Müller.

Vollbesetzt war das Sportheim des Sportvereins Albbruck 1923 am vergangenen Montag (29.10.). Rund 50 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung der Landtagsabgeordneten Sabine Hartmann-Müller gefolgt. Gemeinsam mit dem CDU-Ortsverein Albbruck lud die pflegepolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion zum Thema Demenz. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion diskutierte die CDU-Abgeordnete gemeinsam mit Rolf Steinegger, Geschäftsführer Caritas-Sozialstationen Hochrhein, Michaela Probst, Pflegestützpunkt Landkreis Waldshut, und Sonja Oellermann, ausgebildete Musikgeragogin, über den Umgang mit Demenz sowie über Unterstützungsangebote der Pflegeeinrichtungen, der Behörden und der Politik. Im Vordergrund stand dabei die Frage, wie man Angehörigen besser bei der Betreuung von demenzerkrankten Menschen helfen kann.


In ihrer Eröffnungsrede machte Hartmann-Müller deutlich, dass Demenzerkrankungen aufgrund des demographischen Wandels zwar stark zunehmen. Demenz jedoch immer noch in der Gesellschaft eine Art Tabuthema sei, mit welchem sich die Menschen erst ab dem Zeitpunkt des Ausbruchs beschäftigen. Zudem würde häufig vergessen, dass Demenz nicht nur die Erkrankten betreffe, sondern im Wesentlichen auch die Angehörigen.


In ihrem halbstündigen Impulsvortrag hob die auf Demenz spezialisierte Expertin Sonja Oellermann die positive Wirkung von Musik hervor. Als Musikgeragogin arbeitet sie im Schnittfeld von Musikpädagogik und Geragogik und beschäftigt sich mit musikbezogenen Vermittlungs- und Aneignungsprozessen sowie musikalischer Bildung im Alter. Oellermann, die in Bruchsal regelmäßig mit Gästen von Tagespflegeeinrichtungen arbeitet, hat hierzu ein spezielles Trainingsprogramm zusammengestellt. In Form verschiedener Gesangs- und Bewegungsübungen gab sie den Gästen Einblicke in ihr Programm und lud sie zum Mitmachen auf. Gleichzeit gab die ausgebildete Opernsängerin den Interessierten praktische Ansätze zum Umgang mit Demenzerkrankten mit auf den Weg.


In der anschließenden Podiumsdiskussion schilderte Oellermann die positiven Auswirkungen von Musik, Gesang und Denkspielen auf die Funktionen des Gehirns: „Singen, Hören, Denk- und Bewegungsspiele erzeugen Freude, steigern die Mobilität, aktivieren die Muskeln, erhöhen die Reaktions- und Koordinationsfähigkeit und senken dadurch die Gefahr von Stürzen. Damit gelingt es, Demenz bis auf zehn Jahre hinauszuzögern“, so Oellermann. Länder wie die Schweiz und Großbritannien, aber auch Regionen in Norddeutschland hätten diese Bedeutung schon länger erkannt, weshalb Musikgeragogen in den dortigen Pflegeeinrichtungen inzwischen Teil des Pflegepersonals seien. Gleiches wünsche sie sich für Baden-Württemberg. Michaela Probst vom Pflegestützpunkt Waldshut gab den Gästen einen Überblick über die Unterstützungsangebote des Landkreises für Familien und Angehörige im Bereich Demenz. Einen Schwerpunkt bilden laut Probst Hausbesuche und Sprechstunden in Rathäusern. „Ein Beratungsgespräch dauert 60 bis 90 Minuten. Allerdings ist es häufig sehr schwierig für die Ehefrau oder Ehemann, den demenzerkrankten Partner für mehrere Stunden alleine zulassen. Mit Beratungsgesprächen vor Ort versucht der Pflegestützpunkt den Angehörigen entgegenzukommen“, erklärte Probst.


Rolf Steinegger, Geschäftsführer der Caritas-Sozialstationen Hochrhein, erklärte dem Publikum, wie die älterwerdende Gesellschaft die Caritas vor neuen Herausforderungen stellt. Dabei bedürfen demenziell erkrankte Personen besonderer Betreuung. Diese sei weniger eine Frage der Finanzierung, als vielmehr des fehlenden Angebots an Pflegekräften. Nicht nur aus diesem Grund misst Steinegger dem gesellschaftlichen Zusammenhalt eine zunehmend wichtigere Bedeutung zu. „Wir brauchen eine sorgende Gesellschaft, in der die Bürger keine Berührungsängste mit dem Kontakt und Umgang mit Demenzkranken haben“, forderte der Geschäftsführer der Caritas-Sozialstationen. An Steinegger anknüpfend, regte Landtagsabgeordnete Sabine Hartmann-Müller an, die Attraktivität des Pflegeberufs zu steigern. Eine bessere Bezahlung sowie eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie seien zwei wichtige Stellschrauben. „Wir müssen dem Pflegeberuf die Wertschätzung und Anerkennung zurückgeben, die er verdient. So kann es auch gelingen, die Angehörigen zu entlasten“, so Hartmann-Müller. Zum Abschluss bedankte sich Hartmann-Müller bei den Diskutanten und dem Publikum und versprach die vorgetragenen Forderungen und Wünsche für ihre weitere Arbeit als Landtagsabgeordnete und Pflegepolitikerin in Stuttgart mitzunehmen.

Gruppenfoto
Gruppenfoto
Foto Publikum: Demenzexpertin Sonja Oellermann gab dem Publikum praktische Ansätze zum Umgang mit Demenz.
Foto Publikum: Demenzexpertin Sonja Oellermann gab dem Publikum praktische Ansätze zum Umgang mit Demenz.

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